Vortragsreihe „Das Element Wasser“

1.6.2011 8:00   Mondsee

Hochkarätige Experten über die wichtigsten Parameter im Schwimmbadbau

 

Von 12. bis 14. Mai 2011 drehte sich bei der Vortragsreihe „Das Element Wasser“ alles rund um das immer aktuellere Thema Schwimmbadbau, mit dem Schwerpunkt Betonschwimmbecken mit Fliesenauskleidung. An 3 verschiedenen Standorten luden Experten der Unternehmen Best Water Technology, ARDEX, Villeroy & Boch sowie der Allgemeinen Bau Chemie zu informativen Vortragsabenden ein.

 

Schäden im Schwimmbadbau und wie man sie verhindert

Den Auftakt zu den Vorträgen machte Prof. DI Dr. Bruno Sternad, Zivilingenieur für technische Che-mie und allgemein beeideter Sachverständiger. Dr. Sternad behandelte in seiner Präsentation Schäden und deren Vermeidung im Schwimmbadbau. Schäden in diesem Bereich lassen sich hauptsächlich auf falsche Materialwahl, Abdichtungstechniken, Betriebsweisen und Detaillösungen zurück führen. Schwimmbäder, insbesondere Hallenbäder, bedürfen eines umfassenden Denkansatzes, wobei herkömmliche Baumethoden und Auswahlverfahren für Materialien nicht ausreichen, um zufriedenstellende Verarbeitungserfolge zu gewährleisten. Über 400 Vorschriften und Regelwerke sind notwendig und müssen bei Schwimmbad-Errichtungen berücksichtigt werden. Dies bedarf neben umfangreicher Erfahrung auch eines großen Wissens an spezieller Materialtechnologie. Im Schwimmbadbau sollte das Denken nicht beim Becken oder der Wassertechnik aufhören, sondern sämtliche Bereiche – auch z.B. Räumlichkeiten und deren Nutzung – umfassen.

 

Verklebung und Verfugung von Schwimmbadkeramik im Unterwasserbereich

Im nächsten Vortrag widmete sich Bmstr. Ing. Emanuel Schreiber von der technischen Leitung der ARDEX Baustoff GmbH Österreich wichtigen Faktoren bei der Verkleidung und Verfugung von Schwimmbadkeramik. Betonbecken sind als von innen durch Wasserdruck belastete Behälter anzu-sehen und müssen vor dem Aufbringen von keramischen Belägen wasserundurchlässig sein. Dies kann in der Regel durch geeignete Abdichtungen oder durch Stahlbetonkonstruktionen, die in diesem Fall neben einer tragenden auch eine Abdichtungsfunktion übernehmen, erfolgen.

 

In der österreichischen Richtlinie für wasserdurchlässige Betonbauwerke gibt es allgemein fünf verschiedene Anforderungsklassen für die Wasserdurchlässigkeit (von vollständig trocken bis nass) sowie drei Konstruktionsklassen mit Mindestbauteildicken, Bauteillängen und Abständen von Fugen, Mindestbewährungen, Rissbreiten, Fugenbänder usw. Bei den meisten Schwimmbecken ist es aufgrund komplizierter Beckenformen (Rundungen usw.), vielen Einbauteilen und angestrebter kürzerer Bauzeiten aus technischen und finanziellen Gründen sinnvoller, statt einem Dichtbetonbecken, das Schwimmbecken an der Innenseite mit geeigneten Abdichtungssystemen abzudichten. Bei Schwimmbecken, die im Erdreich liegen, ist zudem wichtig, zusätzlich einen Feuchtigkeitsschutz von außen einzuplanen.

 

Das Verlegen von Fliesen und Platten in Schwimmbecken wird zu Unrecht als kompliziert und scha-densanfällig beschrieben. Unter Berücksichtigung einiger Grundsätze und mit der Unterstützung kompetenter Partner seitens der Industrie, können jedoch moderne, formschöne und dauerhafte, mit Fliesen und Platten ausgekleidete Schwimmbecken problemlos hergestellt werden.

 

Abdichten von Schwimmbecken mit keramischen Oberflächensystemen leicht gemacht

Auch Matthias Greiss, Geschäftsführer der Allgemeinen Bau Chemie, sprach anschließend über Schwimmbadabdichtungen und stellte die Steuler-Q7-Schwimmbadgummierung vor. Die ISO-zertifizierte Allgemeine Bau Chemie ist ein Spezialunternehmen für die Bereiche Betonsanierung, Untergrunderstellung, Abdichtungstechnik (Injektionen), Schwimmbeckenabdichtung und Bodensysteme.

 

Bis dato wurden als Abdichtungssysteme für Schwimmbecken starre gewebearmierte Verbundab-dichtungssysteme auf Epoxidbasis verwendet, die für die täglichen Anforderungen am Bau jedoch nicht mehr zeitgemäß sind – z.B. kurze Bauzeitpläne und damit verbundene, unkontrollierte Rissbil-dung des statischen Unterträgers, aufwendige Dichtheitskontrollen durch Probefüllungen (Zeitverlust bis 4 Wochen).

 

Das Steuler-Q7-System bietet hier folgende Vorteile:

  • Über 15-jährige Erfahrung des Produktsystems
  • Erhöhte Sicherheit durch Rissüberbrückung der Abdichtung bis 3 mm Rissbreite
  • Zeitersparnis durch Hochspannungsdichtheitsprüfung: Aufwändige Probebefüllungen können entfallen
  • Bei wärmegedämmten Fertigteilbecken (ISO Stone) und hoch konzentrierten Solebecken einsetzbar

 

Aufgrund des Umfangs und der immer stärker werdenden Detailausarbeitung für hochwertige Abdichtungslösungen wurde von der Allgemeinen Bau Chemie ein eigenes Kompetenzzentrum für Schwimmbeckenabdichtung geschaffen, um den aktuellen Anforderungen bestmöglich zu entsprechen, so Matthias Greiss.

 

Höchste Sicherheit und Hygiene für entspannte Stunden im Pool

Im Anschluss thematisierte DI (FH) Stefan Ettinger, Leiter der Schwimmbadabteilung der BWT Austria GmbH, die Bedeutung der richtigen Wasser- und Schwimmbadtechnik. Als Komplettanbieter liefert BWT im Schwimmbadbereich alles aus einer Hand – von Beckeneinbauteilen, über die adäquate Badewassertechnik, bis hin zur umfassenden Planung und Projektierung. Durch einen eigenen Produktionsstandort in Lieboch bei Graz können z.B. Beckeneinbauteile bei Betonbecken, wie Wand- und Bodeneinströmung oder Luftliegen, selbst gefertigt und eingebaut werden.

 

Besonderes Augenmerk ist beim Schwimmbadbau auch auf die Wasserhygiene zu legen. Die richtige Wasseraufbereitung ist ein wichtiger Faktor, der bereits bei der Planung eines Schwimmbades berücksichtigt werden muss. Mit der Superior Wasseraufbereitung von BWT wird höchste Wasserqualität und -hygiene in 3 Schritten garantiert: Filtration mittels Kompaktfilteranlagen, Desinfektion mit Hilfe automatischer Mess-, Regel- und Dosiersysteme sowie Oxidation durch Aufbereitung mit Ozon. Durch die zentrale Schalt- und Steuereinheit BWT Visio Motion ist die Bedienung der Schwimmbadanlage einfach und unkompliziert. Ein besonderes Highlight: durch eine neu entwickelte BWT Anwendung ist es möglich, die komplette Schwimmbadanlage über das Internet oder Smartphones fern zu steuern.

 

Wie Stefan Ettinger weiter ausführte, erfordern ständig steigende Energiepreise außerdem ein Umdenken im Bäderbereich hinsichtlich Energieeffizienz und Betriebsoptimierung. Als strategischer Partner bietet BWT mit „BWT Energy Solutions“ innovative, maßgeschneiderte Lösungen für den effizienten Betrieb von Schwimmbädern. Dadurch können Energie- und Betriebskosten gesenkt, die Betriebssicherheit erhöht, Investitionsrisiken minimiert und Schadstoffemissionen reduziert werden. Dies trägt auch zur Werterhaltung und einer längeren Lebensdauer bei Schwimmbad- und allen technischen Anlagen bei.

 

Farbgestaltung mit Keramik im Schwimmbadbau

Um ein Schwimmbad zu einer Wellness-Oase werden zu lassen, spielt neben diesen baulichen und hygienerelevanten Parametern aber auch die Gestaltung des Pools sowie der Umgebung eine bedeutende Rolle. Marco Warschburger, Leiter des Planungs- und Architektenservice bei Villeroy & Boch, nahm sich ein seinem Vortrag genau dieser Thematik an und berichtete über die Möglichkeiten der Farbgestaltung mit Keramik im Schwimmbadbau.

 

Einen wesentlichen Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden nehmen das Erfühlen des „kühlen Nass“ und das Wahrnehmen der Umgebung mit den Augen. Farbe ist für die Erzeugung einer positiven Stimmung ein wichtiges Instrument. Keramische Fliesen bieten hier eine Vielzahl an Möglichkeiten mit unterschiedlichsten Farben sowie Formen und sind zudem rutschhemmend und äußerst hygienisch. Weiße und blaue Fliesen vermitteln beispielsweise das Gefühl von Hygiene und gleichzeitig den Eindruck von Kühle und Nässe. Im Gegensatz dazu wird mit den Farben orange, gelb und beige eher Wärme und Trockenheit verbunden.

 

Für anspruchsvolle, individuelle Farbgestaltungen bietet die Manufaktur von Villeroy & Boch vorgefertigtes, handgerastertes und handgeschnittenes Mosaik, sowie handgemalte und digitale Designs. Mit speziellen Systemserien ist es Villeroy & Boch möglich, verschiedenste Ansprüche und Themenbereiche in Schwimmbädern umzusetzen. Die im Vortrag aufgezeigten Beispiele vermittelten einen Einblick in die Möglichkeiten der Farbgestaltung mit keramischen Fliesen in Schwimmbädern und sollten die Teilnehmer zu weiteren interessanten farblichen Umsetzungen anregen.

 

Die Vortragsreihe „Das Element Wasser“ war ein voller Erfolg. Insgesamt fanden sich über 120 inte-ressierte Teilnehmer in Loosdorf, Mondsee und Innsbruck ein. Nach den Vorträgen bot sich den Besuchern beim Abendessen die Möglichkeit, mit den Vortragenden nochmals über die einzelnen Themenbereiche zu diskutieren und tiefergehende Fragen zu beantworten.

 

 

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