BWT-Trinkwasser-Entsäuerung durch offene Belüftung

25.4.2013 9:00   Mondsee

Entfernung von aggressiver Kohlensäure im Brunnenwasser der Wasserversorgungsanlage Gößnitz-Kowald

 

Das Wasser im Brunnen 1 der Wasserversorgungsanlage Gößnitz-Kowald in der Steiermark konnte aufgrund eines sehr hohen Gehaltes überschüssiger Kohlensäure nur bedingt als Trinkwasser verwendet werden. Wasseranalysen zeigten, dass das Wasser neben aggressiver Kohlensäure (> 30 mg/l), eine Karbonathärte von 4,2°dH und einen pH-Wert von 6,73 aufwies. In dieser ungünstigen Zusammensetzung hat das unbehandelte Wasser korrosive Eigenschaften und kann die verwendeten Materialien angreifen. Korrosionen an Betonbauteilen, metallischen Rohrleitungen sowie Armaturen sind die Folge und können zu einer Verkürzung der Lebensdauer dieser Komponenten und einer Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität führen.

 

Die Ursache für saures Trinkwasser: Regenwasser reichert sich in der Atmosphäre und bei der Durchquerung der Humusschicht am Boden mit Kohlensäure (Kohlendioxid) an. Beim Durchdringen der Bodenschichten löst das versickernde Wasser zudem gleichzeitig Karbonate auf und erhält dadurch seine spezifische Wasserhärte. Sind genug Kalk oder andere Mineralien im Boden vorhanden, die von der Kohlensäure angegriffen werden können und besteht zudem ausreichend Reaktionszeit, läuft der Löseprozess bis zum Erreichen eines Gleichgewichtes (Kalk-Kohlensäure- Gleichgewicht) ab. In kalkarmen oder kalkfreien Böden ist die Einstellung dieses Gleichgewichtes nicht möglich, das Wasser bleibt sauer und aggressiv.

 

Im Zuge des Korrosionsprozesses werden Metall-Ionen aus den Rohrleitungen und Armaturen herausgelöst, was zur Überschreitung der Grenzwerte bei zum Beispiel Kupfer, Blei, Cadmium und Nickel führen kann. Die Trinkwasserqualität wird in Folge dessen durch Verfärbungen, Trübungen und Veränderungen von Geruch und Geschmack des Wassers beeinträchtigt. Ein zusätzliches Problem ist die erhöhte Neigung zur Verkeimung von korrodierten Systemen. Die Rohrinnenfläche wird, durch die meist voluminösen, Korrosionsprodukte stark vergrößert und begünstigt dadurch die Ansiedelung von Bakterien.

 

Um eine optimale und hygienisch einwandfreie Trinkwasserqualität in der WVA Gößnitz-Kowald zu erreichen, musste das Wasser durch ein angemessenes Aufbereitungsverfahren entsäuert werden. Die Wasseraufbereitungsanlage wurde so ausgelegt, dass das Wasser den Anforderungen des Österreichischen Lebensmittelcodex (pH-Wert > 7,7) entspricht.

 

Die Entfernung der aggressiven Kohlensäure erfolgt durch intensive Belüftung des Wassers mit gefilterter Luft. Durch den Austrag der Kohlensäure steigt der pH-Wert des aufbereiteten Wasser an. Die korrosionschemischen Eigenschaften können durch Vermischung mit unbehandeltem Wasser optimal einjustiert werden (Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht). Die Aufbereitungsanlage ist für einen Wasserverbrauch von maximal 12 l/Sek. beziehungsweise 43,2 m³/h dimensioniert. Die Anlage 2 BWT Austria GmbH, Walter-Simmer-Straße 4, A-5310 Mondsee wurde komplett von BWT errichtet und konnte am 6. Dezember 2012 erfolgreich in Betrieb genommen werden.

 

Durch jahrzehntelange Erfahrung liefert BWT bewährte und zuverlässige Produkte für die kommunale Trinkwasseraufbereitung nach aktuellem Stand der Technik. Im Bereich Entsäuerungsanlagen bietet BWT geeignete Verfahren, wie die chemische Entfernung des Kohlenstoffdioxids (Filtration) oder Belüftung – für perfekt aufbereitetes Wasser.

 

 

Pressebilder

 

 

 

Entsäuerung durch intensiven Gasaustausch

 

 

Entsäuerungsanlage (Intensivbelüftungsverfahren)