Bei dieser Entsalzungstechnik wird das Rohwasser in semipermeable (halbdurchlässige) Membransysteme gepumpt die das Wasser durchtreten lassen, aber die gelösten Salze zum größten Teil zurückhalten. Das sich auf der Rohwasserseite bildende Salzkonzentrat (brine) wird als Abwasser abgeleitet. Das durch die Membran geflossene Wasser (permeate) ist salzarm. Die Rückhalterate für die gelösten Salze beträgt 95 bis 99%.
Die Ausbeute beträgt standardmäßig 75% des eingebrachten Rohwassers, sinkt aber mit steigendem Salzgehalt. Bei Meerwasser ist mit 35 bis 40% Ausbeute zu rechnen.
Die wirtschaftliche untere Einsatzgrenze liegt bei einem Salzgehalt von ca. 50 mg/l, die obere Grenze liegt, begrenzt durch den derzeitig maximal anwendbaren Systemdruck von 83 bar, bei 50.000 mg/l.
Der Energiebedarf ist relativ gering, er beträgt bei der Entsalzung von Stadtwasser ca. 1,5 kWh/m³ Permeat und steigt bei der Meerwasserentsalzung auf 6 - 7 kWh/m³.
Die Permeatleistung einer RO Anlage ist u.a. auch von der Wassertemperatur abhängig. Bedingt durch die Viskosität ist die Durchsatzmenge von wärmerem Wasser höher. Je °C Temperaturerhöhung erhöht sich die Permeatleistung um ca. 2 %. Da die Wassertemperaturen in unseren Breiten üblicherweise zwischen 10 und 15°C liegen, gelten die Leistungsangaben in unseren techn. Datenblättern einheitlich für 15°C.
Wichtige Voraussetzung für den störungsfreien Betrieb und für unverminderte Leistung der Umkehrosmoseanlage ist eine sorgfältige und einwandfreie Vorbehandlung des Rohwassers. Bei der Vorbehandlung kann es sich je nach Rohwasserzusammensetzung um einfache Filtration, um den Zusatz von härtestabilisierenden Chemikalien, Mineralsäuredosierung oder um eine Enthärtung handeln. In jedem Fall ist sicherzustellen, daß das in die Umkehrosmoseanlage eingespeiste Wasser feinst gefiltert und frei von Oxidationsmitteln (Chlor etc.) und Öl ist, da diese Stoffe zu irreversiblen Schädigungen der Umkehrosmosemembranen führen.
Die Umkehrosmose ist keine restlose, 100 %-ige Entsalzung, d.h. ein geringer Teil der im Rohwasser enthaltenen Salze gelangt durch die Membran in das Permeat, so daß dieses nicht restlos salzfrei ist. Der "Salzschlupf" hängt von der Menge und der Art der im Rohwasser enthaltenen Salze ab. Mehrwertige Ionen (z.B. Calcium, Magnesium, Sulfat etc.) werden besser von der Membran zurückgehalten, als einwertige Ionen (Natrium, Kalium, Nitrat).
Das nahezu salzfreie Permeat einer Umkehrosmoseanlage enthält noch den gesamten Sauerstoff und die gesamte Kohlensäure des Rohwassers, da gasförmige Anteile von der Membran nicht zurückgehalten werden. Das Permeat hat daher einen schwach sauren pH-Wert. Dies ist bei der Wahl der Installationsmaterialien von angeschlossenen Leitungen bzw. Anlagen zu berücksichtigen um Korrosionsschäden zu vermeiden.
Bei hohen Reinheitsansprüchen wird das Permeat in einem nachgeschalteten Mischbettaustauscher feingereinigt.
BWT bietet mit den Umkehrosmose Anlagen der Typen UO-KM, BRO-N und Profil standardisierte Baureihen bis zu einer Leistung von 10 m³/h an. Anlagen mit höherer Leistung bzw. für Spezialanforderungen werden projektspezifisch geplant und ausgeführt.